Eingewöhnung und Übergänge
Gelingende Übergänge eine gemeinsame Aufgabe von Kind-Eltern und Bildungseinrichtung
Unsere Gesellschaft ist in einem hohen Maß von Veränderungen betroffen. Auch im Bildungssystem finden immer wieder Übergänge zwischen den verschiedenen Bildungsorten statt. Darum legen wir gesteigerten Wert auf die positive Gestaltung von Übergängen, denn gelungene Übergänge in der Kindheit machen Kinder stark für Veränderungen in der Zukunft.
Für jede Familie ist der Eintritt in das Kinderhaus ein besonderes Ereignis, das für die einzelnen Kinder mit unterschiedlichen Gefühlen und Verhalten einhergeht und durch den jeweiligen Charakter und den Vorerfahrungen des Kindes bestimmt wird.
Jede Eingewöhnung ist so individuell, wie die Kinder, die eingewöhnt werden. Aus diesem Grund gestalten die zuständigen Bezugspädagog:innen mit den Eltern für jedes Kind einen individuellen Eingewöhnungsplan.
Schon vor dem ersten Tag in der Einrichtung kommt es zu einem ersten Kennenlernen im Eingewöhnungsgespräch. Hier tauscht sich die Bezugspädagog:in mit den Eltern über die Bedürfnisse, Eigenheiten und Rituale des Kindes aus. Die Eingewöhnungszeit des Kindes wird schriftlich dokumentiert und Bezugspädagog:in und Eltern tauschen sich täglich über das Wohlbefinden des Kindes und dem Stand der Eingewöhnung aus.
Am Ende der Eingewöhnungszeit findet ein Abschlussgespräch mit den Eltern und der/dem jeweiligen Bezugspädagog:in statt. In diesem Gespräch wird gemeinsam der Eingewöhnungsprozess und die individuelle Entwicklung des Kindes reflektiert.
Beim Übergang von der Familie in das Kinderhaus lösen sich die Kinder von den vertrauten Personen meist zum ersten Mal in ihrem Leben und wenden sich einer neuen Bezugsperson zu. Es ist daher wichtig, dass sich Eltern und Pädagog:in für die Eingewöhnung ausreichend Zeit nehmen. In der Krippe nehmen die Eltern in den ersten fünf Tagen an der Eingewöhnung im Kinderhaus teil und begleiten das Kind im pädagogischen Alltag. Im Kindergarten begleiten die Eltern das Kind mindestens am ersten Tag der Eingewöhnung. So kann das Kind in der neuen Umgebung ankommen und sich behutsam mit den Räumen, Pädagog:innen und den anderen Kindern vertraut machen. Aber auch die Eltern erleben die Pädagog:innen bei ihrer pädagogischen Arbeit im Kinderhaus bevor es dann zur ersten Verabschiedung kommt. Die Dauer der Trennung wird Tag für Tag individuell an das Tempo des Kindes angepasst und mit den Eltern besprochen.
Je nach gebuchter Besuchszeit und individuellem Entwicklungsstand des Kindes ist für die Eingewöhnung ein Zeitraum von vier bis sechs Wochen für die Eltern einzuplanen, in der eventuell nicht oder nur stundenreduziert gearbeitet werden kann.
Beim Übergang in die Schule ist es die Aufgabe der Kindertageseinrichtung, die Kinder langfristig und angemessen auf die Schule vorzubereiten. Dies beginnt mit dem Tag der Aufnahme und wird im letzten Jahr vor der Einschulung durch unsere Vorschularbeit intensiviert und gefestigt. Hier fördern wir die schulnahen Kompetenzen wie: Erfahrungen mit Schriftkultur, mathematische Grundkompetenzen, sprachliche Fähigkeiten, das Selbstvertrauen in die eigenen Möglichkeiten, Überwindung von Widerständen und eine positive Einstellung zum Lernen.
Für eine gelingende Schulvorbereitung und Übergangsbewältigung ist darüber hinaus eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern, Kindertagesstätte, Grundschule und Hort erforderlich. Im Vorschuljahr beraten wir Eltern im Einschulungsprozess bei der Wahl der passenden Schulform oder weiterführenden Betreuungseinrichtungen.
Die Kooperationen bestehen zu einem wesentlichen Teil aus gegenseitigen Besuchen gegen Ende der Kindergartenzeit. Typische Kooperationssituationen sind:
Die Kinder besuchen die Grundschule. Für Kinder, deren Einschulung ansteht, sind Schulbesuche wichtig, um den neuen Lebensraum Schule und die neuen Bezugspersonen frühzeitig kennen zu lernen.
Fachgespräche, in denen sich Kindertageseinrichtung und Grundschule über einzelne Kinder namentlich vertiefter austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Zu dessen Beginn werden alle Eltern um ihre Einwilligung dazu ersucht, solche Fachgespräche bei Bedarf und in Absprache mit den Eltern führen zu dürfen.
Die Kinder besuchen den Hort und lernen Räume und Pädagog:innen kennen und umgekehrt.
An einem Vorkurs Deutsch nehmen Kinder teil, die eine Verbesserung der Deutschkenntnisse bedürfen. Die Kursteilnahme verbessert die Startchancen in der Schule. Im Alter von 4 bis 5 Jahren werden alle Kinder mit einem Spracherhebungsbogen auf ihre deutschen Sprachfähigkeiten getestet. Zeigt sich hier ein Förderbedarf für das Kind beginnt der Vorkurs Deutsch schon im vorletzten Kinderhausjahr. Im letzten Jahr wird die Hälfte der Stunden von einer Lehrkraft der Grundschule erbracht.
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